Leaky Gut beim Hund: Ursachen, Symptome und Behandlung

Ratgeber  |  6. Juli 2024

Hast du schon mal von „Leaky Gut Syndrom“ bei Hunden gehört? Vielleicht kämpft dein Hund schon länger mit Magen-Darm-Problemen und du weißt einfach nicht mehr weiter.

In diesem Artikel erkläre ich dir, was ein Leaky Gut Syndrom ist, wie es entsteht, welche Symptome auftreten können und wie du das Leaky Gut Syndrom bei deinem Hund behandeln kannst.


Was ist das Leaky Gut Syndrom beim Hund?

Leaky Gut, oder auf Deutsch „durchlässiger Darm“, bedeutet, dass die Darmwand deines Hundes durchlässig geworden ist. Das heißt, unverdaute Nahrung, Giftstoffe und Bakterien können aus dem Darm in den Blutkreislauf gelangen und eine Vielzahl von gesundheitlichen Problemen verursachen.


Wie wird der Darm durchlässig?

Die Darmwand besteht aus einer einzigen Schicht von Zellen, die durch sogenannte „Tight Junctions“ (dichte Verbindungen) miteinander verbunden sind. Diese Tight Junctions funktionieren wie kleine Tore, die streng kontrollieren, was durch die Darmwand hindurchgelassen wird. Normalerweise sind sie fest verschlossen und lassen nur Nährstoffe und Wasser passieren.

Grafik zur Erklärung des Leaky Gut Syndroms beim Hund. Die Abbildung zeigt, wie eine gesunde Darmwand durch Tight Junctions geschützt ist und wie diese bei Leaky Gut durchlässig werden, was das Eindringen von Bakterien, Viren und Giftstoffen in den Blutkreislauf ermöglicht.

Bei einem Leaky Gut Syndrom öffnen sich diese Tight Junctions jedoch häufiger oder bleiben sogar offen, wodurch unerwünschte Substanzen wie Bakterien, Viren und Giftstoffe in den Blutkreislauf gelangen können. Dies kann durch verschiedene Faktoren verursacht werden, darunter:

  • Entzündungen: Chronische Entzündungen im Darm können die Tight Junctions schwächen und zu einer erhöhten Durchlässigkeit führen
  • Ungesunde Ernährung: Minderwertige Lebensmittel oder chemischen Zusatzstoffen können die Darmzellen schädigen.
  • Medikamente: Antibiotika und bestimmte Schmerzmittel können die Darmflora und die Tight Junctions beeinträchtigen.
  • Stress: Dauerhafter Stress kann die Produktion von Stresshormonen erhöhen, die wiederum die Tight Junctions lockern können.

Das darmassoziierte Immunsystem

Etwa 70-80 % aller Immunzellen befinden sich im Darm. Das sogenannte GALT (gut-associated lymphoid tissue) stellt die größte Ansammlung von Abwehrzellen im Körper dar und spielt eine wichtige Rolle im Immunsystem. Es muss zwischen „gut“ und „böse“ – „harmlos“ und „gefährlich“ unterscheiden können.

Diese komplexe Aufgabe erfordert ein fein abgestimmtes Zusammenspiel verschiedener Abwehrmechanismen. Besonders wichtig ist das Lymphsystem, das die Darmzotten im Dünndarm durchzieht und die Informationen über Krankheitserreger oder Fremdstoffe an das Immunsystem weiterleitet.

Eine intakte Darmgesundheit ist daher entscheidend für ein starkes Immunsystem. Ein gesunder Darm ermöglicht es dem Immunsystem, zwischen „gut“ und „böse“ zu unterscheiden und angemessen zu reagieren.


Ursachen von Leaky Gut Syndrom beim Hund

Die Ursachen für einen Leaky Gut Syndrom beim Hund können vielfältig sein. Einige der häufigsten Auslöser sind:

  • Mangelhafte Ernährung: Eine einseitige oder minderwertige Ernährung kann die Darmgesundheit beeinträchtigen.
  • Chronische Entzündungen: Entzündliche Prozesse im Darm können die Darmwand schädigen.
  • Infektionen: Parasiten wie Giardien oder Würmer können den Darm angreifen und schädigen.
  • Stress: Dauerhafter Stress kann das Immunsystem schwächen und die Darmbarriere beeinträchtigen.
  • Medikamente: Antibiotika, Schmerzmittel und Kortikosteroide können die natürliche Darmflora stören und zu einem Leaky Gut führen.
  • Mangel an Nährstoffen: Ein Mangel an essentiellen Nährstoffen kann die Darmgesundheit beeinträchtigen und zu Leaky Gut führen.

Eine mangelhafte Ernährung und chronische Entzündungen können die Darmgesundheit deines Hundes beeinträchtigen.

Symptome eines Leaky Gut Syndrom beim Hund

Die Symptome eines Leaky Gut Syndroms sind vielfältig und können sowohl direkt mit der Darmfunktion in Verbindung gebracht werden als auch unspezifische Symptomatiken zeigen.

  • Durchfall
  • Blähungen
  • Verstopfung
  • Bauchschmerzen
  • Chronische Magenschleimhautentzündungen
  • Sodbrennen
  • Antriebslosigkeit
  • Erschöpfung
  • Stimmungsschwankungen
  • Stumpfes Fell

Zusätzlich können chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (IBD), Futtermittelunverträglichkeiten, Allergien, chronische Infekte, Parodontitis, Asthma, Ekzeme, Urticaria, Verhaltensauffälligkeiten, Erkrankungen des Bewegungsapparates bis hin zu Diabetes und Autoimmunerkrankungen auftreten.


Welche Krankheiten kann ein „durchlässiger“ Darm verursachen?

Es besteht noch großer Forschungsbedarf, aber aktuell geht man davon aus, dass folgende Krankheiten durch einen Leaky Gut Syndrom begünstigt werden können:

  • Allergien
  • Chronisch-entzündliche Darmkrankheiten (IBD)
  • Autoimmunerkrankungen

Diagnose eines Leaky Gut Syndrom beim Hund

Um herauszufinden, ob dein Hund unter einem Leaky Gut Syndrom leidet, kann eine Kotanalyse Aufschluss geben. Folgende Werte sind dabei besonders entscheidend:

  • Zonulin: Ein erhöhter Zonulin Wert weist auf eine erhöhte Durchlässigkeit des Darms hin.
  • Alpha-1-Antitrypsin: Erhöhte Werte geben Hinweis auf einen durchlässigen Darm.
  • Gallensäuren: Erhöhte Werte können auf eine gestörte Darmfunktion hindeuten.

Bei plötzlichem Durchfall solltest du zuerst auf Parasiten testen (parasitologische Kotuntersuchung), um diese auszuschließen.

Behandlung und Ernährungstipps bei Leaky Gut Syndrom beim Hund

Die gute Nachricht: Es gibt Wege, deinem Hund zu helfen und die Gesundheit seines Darms wiederherzustellen. Leider ist die Behandlung zeitaufwändig, da über die Zeit hinweg eine Ernährungsumstellung und viele Nahrungsergänzungen nötig sind.

Gerade viele Allergiker-Hunde leiden unter einem Leaky Gut Syndrom. Wie die ganzheitliche Hundeernährung dabei helfen kann, erzählt dir Sabrina mit ihrem Allergiehund Spot in unserem Interview.

Hier sind einige bewährte Ansätze zur Behandlung des Leaky Gut Syndroms bei Hunden:

  • Ernährungsumstellung: Verwende hochwertiges Futter, das leicht verdaulich ist und keine künstlichen Zusätze enthält, damit die Lebensmittel im Dünndarm vollständig verdaut und aufgenommen werden können. Vermeide extrem hohe Protein- und Kohlenhydratgehalte, da diese eine einseitige Darmflora fördern und das Wachstum unerwünschter Bakterien wie Clostridien begünstigen.
  • Vermeidung von Allergenen: Identifiziere und vermeide Lebensmittel, die Allergien auslösen könnten, um weitere Entzündungen zu verhindern.
  • Omega-3-Fettsäuren: Diese entzündungshemmenden Fettsäuren sind besonders wichtig für die Heilung des Darms. Lachsöl, Krillöl, Algenöl, Leinöl und Hanföl sind gute Quellen.
  • Natürliche Heilmittel: Heilkräuter, Vitalpilze und Nahrungsergänzungsmittel können helfen, die Darmgesundheit zu fördern und zu regenerieren.
  • Probiotika und Präbiotika: Diese unterstützen die guten Bakterien im Darm und helfen, das Gleichgewicht wiederherzustellen, zu stabilisieren und zu regenerieren.
  • Stressreduktion: Achte auf ein ruhiges Umfeld und regelmäßige Bewegung für deinen Hund. Stress kann das Immunsystem schwächen und die Darmbarriere beeinträchtigen.
  • Normalgewicht: Achte auf das Normalgewicht deines Hundes, da übergewichtige Hunde eine weniger stabile Darmflora haben und anfälliger für Imbalancen sind.
Sabrina Neumann, Expertin für ganzheitliche Ernährung für Hunde zeigt wie wichtig eine gesunde und frische Ernährung ist.

Fazit

Das Leaky Gut Syndrom ist eine ernsthafte Angelegenheit für Hunde und kann zu weiteren schweren Erkrankungen führen. Eine durchlässige Darmwand lässt unerwünschte Stoffe in den Blutkreislauf gelangen, was Entzündungen und Symptome wie Durchfall, chronische Magenschleimhautentzündungen und Bauchschmerzen verursachen kann.

Zum Glück gibt es effektive Möglichkeiten, damit umzugehen. Eine gute Ernährung spielt dabei eine zentrale Rolle. Hochverdauliches Futter, Probiotika und Präbiotika, Omega-3-Fettsäuren und das Vermeiden von Allergenen können die Darmgesundheit deines Hundes erheblich verbessern. Natürliche Heilmittel und eine stressfreie Umgebung tragen ebenfalls zur Regeneration bei.

Erkenne die Symptome frühzeitig und lass deinen Hund untersuchen, um eine genaue Diagnose zu erhalten. Mit der richtigen Pflege und Aufmerksamkeit kann das Leaky Gut Syndrom behandelt werden, und dein Hund kann wieder gesund und glücklich sein.

Sabrina Neumann – eine Expertin in Hundeernährung und Gesundheit.

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